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Kfz-Gewerbe mit Bilanz und Ausblick zum Jahreswechsel / Das Autojahr 2021 hat den Kfz-Betrieben viel abverlangt



30.11.2021

Ein halbes Jahr Lockdown, dann fehlende Neuwagen wegen der Chip-Krise, ein leergefegter Gebrauchtwagenmarkt und stagnierende Serviceumsätze: Das Autojahr 2021 hat den Kfz-Betrieben viel abverlangt.

„Die Autohäuser sind im Jahresverlauf aus dem Regen in die Traufe gekommen“, sagt Obermeister Hermann Kattenstroth der Kfz-Innung Gütersloh.  Bei vielen Modellen müssen die Kunden weiterhin mit monatelangen Lieferzeiten rechnen, weil notwendige Teile am Weltmarkt nicht ausreichend verfügbar sind. Die fehlenden Neuwagen führen zu weiterhin starker Nachfrage auf dem Gebrauchtwagenmarkt, speziell bei jungen Gebrauchtwagen. Das inzwischen deutlich reduzierte Angebot führe überdies zu steigenden Preisen. „Die wirtschaftlichen Folgen werden wir in einigen Monaten abschätzen können“, so Kattenstroth. Auch die Bilanz des Reparatur- und Servicegeschäfts in den Kfz-Werkstätten gebe nicht unbedingt Anlass, zum Jahreswechsel die Sektkorken knallen zu lassen. Obwohl die Werkstätten auch im Lockdown immer geöffnet waren, haben reduzierte Jahresfahrleistungen der Kunden dazu geführt, dass sich etwa Serviceintervalle verschoben haben und auch die Anzahl der zu reparierenden Schäden an den Fahrzeugen zurückgegangen ist. Im Bundesdurchschnitt lag die Quote der Werkstattauslastung laut dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe in etwa auf dem Niveau des schwachen Corona-Jahres 2020, aber mit minus fünf Prozentpunkten immer noch deutlich unter dem Normaljahr 2019.

Sorgen macht den Kfz-Betrieben auch die drastische Verteuerung der Energiekosten und insbesondere natürlich der Kraftstoffpreise. Eine Forderung an die neue Bundesregierung sei es deshalb, dass die individuelle Mobilität mit dem Auto weder eingeschränkt noch verteuert werden dürfe. Außerdem ist es nach Ansicht der Branche notwendig, die Förderung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben vorausschauend, transparent und für die Kunden auf Jahre verlässlich zu gestalten. Dazu sollten weiterhin auch Plug-in-Hybride als Einstieg in die Elektromobilität gehören. Nicht zuletzt müssten auf nationaler und europäischer Ebene Rahmenbedingungen für den Einsatz von synthetischen Kraftstoffen geschaffen werden, um die Bestandsfahrzeuge auch weiterhin umweltfreundlich betreiben zu können, beschreibt Hermann Kattenstroth den Standpunkt der Innung.
Schon heute könnten viele Autofahrerinnen und Autofahrer konkret etwas für die Klimabilanz tun. „Wenn alle Fahrzeuge mit Ottomotor in Deutschland mit dem E10-Kraftstoff betankt würden, ließen sich jährlich bis zu drei Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) einsparen“, so Markus Fissenewert vom Autohaus Hentze. Der Pressesprecher der Kfz-Innung weist darauf hin, dass durch den höheren Anteil an Bioethanol E10 weniger Treibhausgas-Emissionen verursacht werden als bei E5-Kraftstoff. Das verringere denn den Verbrauch von fossilem Erdöl. In der Regel könnten alle Benziner ab Baujahr November 2010 mit E10 betankt werden. Aber auch viele ältere Fahrzeuge vertragen E10. Oft reiche ein Blick in die Tankklappe oder die Betriebsanleitung. „Im Zweifel hilft die Werkstatt des Vertrauens weiter“, rät Markus Fissenewert.

Die Entwicklung für das kommende Jahr vorauszusagen gleicht für Kattenstroth und Fissenewert dem Blick in die Glaskugel: „Die Innovation im Automotive-Bereich ist hoch. Die Kunden fragen die neue Technik nach. Das Wachstum der Branche hängt maßgeblich davon ab, dass es keinen neuen Lockdown gibt und sich die Verfügbarkeit der Neuwagen und jungen Gebrauchten sich wieder normalisiert. Dann sollten wir die Talsohle hinter uns lassen können.“