Schwannecke lehnt staatliche Einmischung in die Tarifautonomie ab

10.06.2019

Gegenüber der Fuldaer Zeitung argumentiert ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke gegen den Mindestlohn für Auszubildende.


Damit es kein Vertun gibt: Attraktive Ausbildungsvergütungen sind gerade in Zeiten, in denen die Betriebe händeringend nach Fachkräftenachwuchs suchen, wichtiger denn je. Das wissen die Betriebe, und so handeln sie auch.

Die Ausbildungsvergütungen sind in den vergangenen Jahren ganz ohne staatliche Vorgaben oder Festlegungen deutlich gestiegen. In den meisten Gewerken liegen sie bereits jetzt über dem, was nun vereinbart wurde. Das ist doch ein klares Indiz dafür, dass es keiner staatlichen Einmischung bedarf. Das gehört in die Hände der Sozialpartner. Die wissen am besten, was für das jeweilige Gewerk und die jeweilige Region angemessen ist.

Bei bundesweit einheitlich festgelegten Vergütungen besteht die Gefahr, dass kleine Betriebe in strukturschwachen Regionen so belastet werden, dass sie sich Ausbildung nicht mehr leisten können und sich ganz daraus zurückziehen.

Das wäre dann genau das Gegenteil von dem, was das Ziel war. Eine hohe Ausbildungsvergütung wird nicht automatisch die Zahl der Auszubildenden steigen lassen. Das ist ein Irrglaube, wie ein Blick in die Realität zeigt: Die beliebtesten Ausbildungsberufe im Handwerk sind nicht die, wo am besten gezahlt wird.


Das Statement wurde am 1. Juni 2019 von der Fuldaer Zeitung veröffentlicht.

Quelle: Zentralverband des Deutschen Handwerks (www.zdh.de)