Mehrheit begreift digitalen Wandel als Chance

12.06.2017

Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, im Interview zur Digitalisierung mit der Deutschen Handwerks Zeitung.


Sind die Handwerksbetriebe in Deutschland fit für die digitale Zukunft?
Die Digitalisierung ist im Handwerk angekommen. Viele Betriebe nutzen schon vernetzte Lösungen, Software oder Produktionstechnik. Das Handwerk war immer innovativ und gleichzeitig traditionsbewusst. Diese Verbindung zeichnet es aus. Die Mehrheit der Handwerksbetriebe begreift den digitalen Wandel als Chance.

Wie unterstützt der ZDH den Digitalisierungsprozess?
Um Handwerksbetriebe bei der Erschließung technischer und wirtschaftlicher Potentiale im Digitalisierungsprozess zu unterstützen, haben wir 2016 das  Kompetenzzentrum Digitales Handwerk auf den Weg gebracht. Es informiert bundesweit Unternehmer aus dem Handwerk über die betrieblichen Einsatzmöglichkeiten digitaler Technologien und leistet Hilfestellung bei der praktischen Umsetzung in den Betrieben. Interessierte Unternehmer können sich auf der Homepage des Kompetenzzentrums unter www.handwerkdigital.de über aktuell relevante Fragestellungen informieren und gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum etwa Unternehmensabläufe neu strukturieren, online-gestützte Dienstleistungsangebote und Geschäftsmodelle entwickeln oder die Möglichkeiten der ortsungebundenen Kommunikation erproben.

Welche politischen Forderungen formuliert das Handwerk – auch an die künftige neue Bundesregierung -, um die Betriebe beim Schritt in die digitale Zukunft zu unterstützen?
Gerade im Hinblick auf die Bundestagswahl im Herbst hat das Handwerk eine ganze Reihe von Forderungen in Bezug auf den digitalen Wandel formuliert. Dazu gehört, den Breitbandausbau schneller voranzutreiben. Alle Betriebsstandorte brauchen einen Internetzugang mit Bandbreiten im Gigabitbereich, um auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben. Handwerksunternehmen benötigen zudem gleichberechtigten Zugang zu Daten, die für ihre Geschäftstätigkeit wichtig sind. Das betrifft unter anderem Bereiche wie das Kfz-, Gesundheits- oder Elektrohandwerk, wo softwarebasierte Lösungen eingesetzt und vermarktet werden. Nicht zuletzt muss die Digitalisierung noch stärker in der Qualifizierung Berücksichtigung finden, das heißt in Schule, Aus- und Weiterbildung.

Von Nadine Heß
Erschienen am 26. Mai 2017

Quelle: Zentralverband des Deutschen Handwerk (ZDH)